Schläger ins Auto, ab zum Golfplatz und los geht es – das ist die Vorgehensweise vieler Golfer, denen es vor allem um das Spiel an der frischen Luft geht. Wer sich jedoch als Anfänger oder Fortgeschrittener golferische Ziele gesetzt hat, der braucht Struktur. Struktur im Training und auf dem Platz. Genau hier rückt ein Golf Trainingsplan in den Fokus. Ein Trainingsplan sorgt dafür, dass du als Spieler deine Ziele erreichst. Er umfasst Übungen, die dein Spiel verbessern, deine Genauigkeit erhöhen und deine Schläge auf das nächste Level bringen. Wie solche Trainingspläne für Golfer aussehen und welche Rolle die Saison bzw. die Off-Season spielen, das erfährst du in diesem Blogartikel.
3 Gründe für einen Golf Trainingsplan
Doch fangen wir vorne an. Vielleicht fragst du dich, warum du überhaupt mit einem Trainingsplan arbeiten solltest. Beim Golf geht es doch schließlich darum, Spaß auf dem Golfplatz zu haben. Und das stimmt natürlich auch. Doch die meisten Golfer haben die Ambition ihr Spiel zu verbessern. Sie wollen z.B. die Länge ihrer Schläge erhöhen oder ein geringeres Handicap erreichen.
Fokus auf die persönlichen und spielerischen Ziele
Hast du dir schon mal über Ziele im Golf Gedanken gemacht? Als Freizeitgolfer beschäftigt man sich häufig nicht so sehr mit realistischen Zielen. Viele möchten besser werden, doch was heißt überhaupt besser werden? Bezieht sich eine Verbesserung im Golf zwingend auf das Handicap? Wer sich Ziele setzt, der kann sein Training gezielt auf die Erreichung dieser ausrichten. Finde eine Antwort auf die Frage, welche Ziele du im Golfen verfolgst. Das schafft die Grundlage für deinen Trainingsplan.
Strukturierte Vorgehensweise
Trainingspläne machen genau das – sie strukturieren dein Golf-Training so, dass die Übungen darauf ausgerichtet sind, deine Ziele zu erreichen. Du folgst einem Plan und musst dir so nicht vor jeder Session aufs Neue überlegen, wie du deiner Zielerreichung näher kommst. Der Trainingsplan ist eine Art Anleitung über einen längeren Zeitraum, wie du richtig trainierst.
Unterschiedliche Bereiche
Ein Golf Trainingsplan fokussiert nicht nur deine Technik z.B. im Schwung oder beim Putten, sondern nimmt auch andere Bereiche ins Visier, die wichtig für deine Entwicklung sind. Sie können deinen Körper im Hinblick auf die Fitness und Beweglichkeit ebenfalls umfassen. Grundlagentraining und körperliche Trainings sind nämlich nicht zu unterschätzen.
So baust du dir den optimalen Golf Trainingsplan in 4 Schritten
Trainingspläne sind sinnvoll. Ich denke, das ist etwas, auf das wir uns einigen können. Sie bieten eine umfangreiche Chance, sein Golf Training zu strukturieren und so seine Ziele zu erreichen. Sie sind gut für Anfänger aber auch erfahrene Spieler. Stellt sich also die Frage, wie man jetzt am besten vorgeht, um einen optimalen Trainingsplan für sich selbst aufzustellen.
Schritt 1: Ziele setzen
Der erste Schritt bezieht sich auf dein Ziel. Ziele können ganz unterschiedlich sein. Willst du dein Handicap verbessern oder möchtest du dich besser auf dem Platz fühlen. Möchtest du deine Range of Motion durch eine erhöhte Rotationsfähigkeit stärken?
Objektive Ziele – Handicap
Die Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Golfer über ihr Handicap definieren. Sie möchten dieses meistens verbessern. Setze hier auf eine realistische Verbesserung. Kein Golfer wird in der Lage sein, ein einstelliges Handicap innerhalb von einer Saison zu erreichen.
Beispiele für geeignete Ziele:
- XX% der Drives aufs Fairway
- Vermeidung von 3er Putts
- Schlagweiten um XX% erhöhen
- XX% beim Chippen gehen auf das Grün
- usw.
Subjektive Ziele – Eigene Wahrnehmung
Du möchtest ein besseres Gefühl beim Pitch, mit mehr Selbstbewusstsein in den Bunker oder gute Putts abliefern? Subjektive Ziele und der Fokus auf die eigene Wahrnehmung sind nicht zu unterschätzen. Sie können einen großen Einfluss auch auf deine objektiven Ziele im Hinblick auf dein Handicap haben.
Wir wollten zum Beispiel unsere Kondition stärken, damit wir uns länger konzentrieren können und nicht immer zum Ende schlechter werden. Um die optimalen Ziele zu finden, frag dich, was dich aktuell auf der Runde stört und mache es dir zur Aufgabe an genau diesen Schwächen zu arbeiten.
Beispiele für geeignete Ziele:
- Mehr Kondition, um problemlos 18 Loch zu spielen
- Aufbau Muskulatur, um z.B. Rückenbeschwerden zu vermeiden
- Mehr Flexibilität, um Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erhöhen
- usw.
Schritt 2: Fokusbereiche herausarbeiten und Trainingszeit berücksichtigen
Im zweiten Schritt musst du dir Gedanken machen, wie du diese Ziele in deinem Training erreichen kannst. Du solltest deine Trainingszeit jedoch für deinen Golf Trainingsplan realistisch einschätzen. Nichts ist frustrierender als wenn man immer hinter seinen Trainingserwartungen zurückbleibt.
Fokusbereich 1) Technik
Du möchtest dein Golf Spiel verbessern? Dann ist der erste und auch offensichtlichste Anknüpfungspunkt deine Technik. Hier hilft dir vor allem ein Pro. Dieser kann basierend auf deiner aktuellen Technik besonders gut Tipps herausarbeiten, die deinen Schlag verbessern.
Fokusbereich 2) Mobilität und Flexibilität
Beweglichkeit und Flexibilität sind richtige Gamechanger beim Golfen. Wer eine gute Mobilität in Hüfte, Rücken und in den Schultern hat, kann seine Technik näher ans physikalische Optimum bringen.
Fokusbereich 3) Fitness und Kraft
Ein unbeliebter Bereich, den man aber gerade im Winter und Herbst nicht vernachlässigen sollte, ist die körperliche Fitness. Kondition und Kraft spielen beim Golf eine wesentliche Rolle.
Fokusbereich 4) Mentale Stärke
Golf ist ein mentales Spiel. Wer seine Gedanken im Griff hat, der hat einen wesentlichen Teil des Spiels gemeistert. Es gibt auch hier super Übungen, wie man seine mentale Stärke aufbauen kann. Affirmation oder autogenes Training können dabei helfen.
Schritt 3: Übungen ableiten
Du hast Ziele und weißt welche Bereiche du dafür fokussieren möchtest. Im dritten Schritt müssen jetzt die richtigen Übungen abgeleitet werden.
- Vermeidung 3er Putts: 1 Mal wöchentliches Putting Training (z.B. auf der Putting Matte) mit Putts aus 1,2,3,4 und 5 Metern, Trefferquoten notieren und Entwicklung analysieren (gleiches gilt für das Chippen und Bunkerschläge)
- Erhöhung der Kondition: Täglich 10.000 Schritte und 2 Mal wöchentlich Zone 2 Training
- Verbesserung der Beweglichkeit: 1 Mal die Woche Flexibilitätstraining z.B. durch Yoga
- Techniktraining auf der Range oder im Simulator: 1 Mal die Woche Daten z.B. mit dem Rapsodo MLM 2 Pro erfassen und auswerten
- usw.
Schritt 4: Realistischen und konkreten Golf Trainingsplan ableiten
Jetzt bringst du noch die zeitliche Komponente ein und überlegst dir, welche Session du zu welchen Zeitpunkt durchführen kannst. Am Ende geht es vor allem um die Umsetzung. Hier sei gesagt: Weniger ist mehr. Realistische Trainingspläne bewahren dich vor dem Scheitern.
So sieht unser Golf Trainingsplan aus
Auch wir haben uns diesem doch sehr herausfordernden Prozess gestellt und uns gefragt, was sind eigentlich unsere Ziele beim Golfen? Als Freizeitgolfer sagen wir immer: Wir sind ehrgeizig aber nicht verbissen. Und genau so sollte auch unser Trainingsplan aussehen. Egal, wo wir uns gerade im Jahr befinden, wir differenzieren immer drei Fokusbereichen: Technik, Beweglichkeit und Fitness.
So unterscheiden sich unsere Trainingspläne (Sommer & Winter)
Wir differenzieren bei unserem Trainingsplan die Saison und in die Off-Season. Innerhalb der Saison wollten und wollen auch zukünftig natürlich auf den Platz. Nichts geht über die Spielpraxis. Die Erfahrungen, die man dort sammelt sind einfach wichtig und bilden auch immer wieder die Grundlage für Anknüpfungspunkte im Training.
Winterfokus: Technik und mehr Fitness
Aktuell befinden wir uns in der Off-Season. Dabei ist die Gewichtung auf die Technik bei 30%, bei der Beweglichkeit auf 20% und bei der Fitness auf 50%. Zwei bis drei 9-Loch-Runden im Monat versuchen wir auch weiterhin zu spielen, zumindest so lange das Wetter mitspielt.
Heißt konkret:
- 3 Mal die Woche Krafttraining (mit einem Trainingsplan, der alle 3 Monate wechselt)
- 1 Mal die Woche Yoga (Body Balance von Lesmills)
- 1 Mal die Woche Cardio in Zone 2 (auf dem Fahrrad)
- 1-2 Mal die Woche Techniktraining
- Putten auf der Puttingmatte
- Abschläge
- Distanzschläge mit Eisen und Holz
- Chippen und Kurzspiel
Sommerfokus: Spielpraxis und Golfplatz
Im Sommer bzw. in der zurückliegenden Saison sah unser Trainingsplan so aus, dass wir die Spielpraxis in den Mittelpunkt gestellt haben.
Heißt konkret:
- 2 Mal die Woche Krafttraining (mit einem Trainingsplan, der alle 3 Monate wechselt)
- 1 Mal die Woche Yoga (Body Balance von Lesmills)
- 1 Mal die Woche Cardio in Zone 2 (auf dem Fahrrad)
- mind. 2 Mal die Woche auf den Platz oder die Range (Fokus auf Strategie, Spiel und Erfahrung)
Fazit – gutes Golf braucht Training, gutes Training braucht einen Plan
Wer besser werden möchte, deer braucht eine Struktur. Diese Struktur kann einem ein Plan geben. Dieser sollte realistisch sein und vor allem auch realistische Zeitansätze beinhalten. Es ist immer eine Frage der Priorität. Für uns war vor allem in der vergangenen Saison und in der aktuellen Off-Season das Golfspiel und die gezielte Verbesserung ein wesentlicher Bestandteil unserer Freizeit, auf den wir uns fokussieren wollten. Wir haben uns an verschiedenen Stellen Unterstützung gesucht und für uns so einen Weg gefunden, wie wir unserem Hobby noch mehr Spaß verleihen können.
Schreibt uns gerne eine E-Mail mit eurem Trainingsplan. Unsere E-Mail-Adresse lautet: freizeitgolfen@gmail.com – Lasst uns in den Austausch kommen und gemeinsam über erfolgreiche und weniger erfolgreiche Ansätze sprechen. Denn eines steht fest: Je mehr man sich damit beschäftigt, desto besser kann man diese Golf Trainingspläne für sich (aber auch für andere) entwickeln.
Auch in unserem Podcast haben wir uns über unsere Pläne für die Off-Season unterhalten. Schau gerne mal rein.







