Von Nicht-Golfern wird der Begriff vom Handicap häufig mit einem Schmunzeln aufgenommen, im Golf ist das Konzept vom Handicap jedoch ein Konzept, um das Golfspiel unterschiedlicher Golfer vergleichbar und auf Augenhöhe zu machen. Es ermöglicht den fairen Wettbewerb innerhalb von Turnieren. In diesem Artikel erfährst du alles, was du zum Handicap wissen musst.
Golf Handicap – Bedeutung
Grundsätzlich beschreibt das Handicap das Spielpotenzial eines Amateur Golf Spielers. Es handelt sich dabei um eine Zahl, welche angibt, wie viele Schläge ein Golfspieler auf einem Par 72 Golfplatz mehr hat.

Auf einem 18 Loch Golfplatz ist für jede der Bahnen ein Par (kurz für Professional Average Result) angegeben. Das Par gibt an, wie viele Schläge man benötigen darf, um das Handicap null zu spielen.

Startet man mit dem Golf Spielen und hat seine Platzreife erlangt, entspricht dies einem Handicap 54. Die 54 ist der Vorsprung auf das durchschnittliche Ergebnis zum Handicap 0.
Handicap – Synonyme
In seiner Golflaufbahn laufen einem viele unterschiedliche Begriffe über den Weg. Und wie so oft beschreiben manche Begriffe auch das gleiche. Gerade für Anfänger kann das herausfordernd sein. Doch keine Sorge – mit ein bisschen Zeit werden diese Begriffe wie von allein in deinen normalen Sprachgebrauch übergehen.
So meint das Golf Handicap das gleiche wie die Begriffe Vorgabe und Stammvorgabe.
Verbesserung des Handicap
Um sein Handicap zu verbessern, hat man unterschiedliche Möglichkeiten. Wichtig ist jedoch, dass die Runden, mit denen man sich verbessern möchte, vorgabewirksam sind.
Das sind sie genau dann, wenn es sich um ein vorgabewirksames Turnier handelt oder um eine registrierte Privatrunde (früher auch EDS Runden – Extra Day Score – genannt) handelt.
An Turnieren kann man beispielsweise bei sich im Golfclub teilnehmen oder auch in anderen Clubs in der Umgebung schauen, welche Turniere angeboten werden.

Falls du deine ersten Turniererfahrungen sammelst, empfiehlt es sich, den Platz vorab zu kennen. Das nimmt dir viel Nervosität und du kannst dich primär auf dein Spiel konzentrieren. Lernst du auf der Golfrunde im Turnier auch gleichzeitig den Platz kennen, machst du dir in der Regel die Runde schwerer als nötig.
Meldest du eine registrierte Privatrunde an, welche die EDS Runde abgelöst hat, dann musst du dies tun bevor du auf den Platz gehst. Das heißt, dass du nicht im Nachhinein einer Runde entscheiden kannst, ob die Runde über den Platz HCP wirksam ist oder nicht. Außerdem musst du von einem anderen Golfer begleitet werden. In einigen Clubs muss der begleitende Spieler mindestens ein Handicap 36 haben.
World HCP – Berechnung der Spielvorgabe
In der Saison 2021 wurde das bis dahin geltende DGV-Handicap System erneuert. Handicaps mussten in den World Handicap Index umgerechnet werden.
Die Handicap Systeme überschneiden sich in vielen Punkten, in anderen Punkten bringt das neue System aber auch Änderungen mit sich. Mit der Neuerung wurde das Ziel verfolgt, die wahre und vorallem aktuelle Spielstärke eines Spielers abzubilden. Das Handicap wird aus den letzten 20 handicap-relevanten Runden errechnet.
Die neue Art der Berechnung des Golf Handicap erscheint für den Hobby Golfer kompliziert. Im folgenden versuchen wir die wichtigsten Eckpunkte, wie sich dein Handicap berechnet möglichst einfach aufzuführen.
Die Güte der Runden beim Golf wird mit Hilfe der Score Differenz ermittelt.
Das Score Differential beschreibt die Score Differenz des Brutto Ergebnis zum Schwierigkeitsgrad des Golfplatzes (Course Rating) und ist um den Slope Wert bereiningt. Das heißt, dass das Score Differential das Ergebnis deiner Runde angibt.
Es berechnet sich wie folgt:

Das gewertete Brutto Ergebnis gibt die Summe der benötigten Schläge aller Bahnen an. Bahnen mit einer höheren Anzahl an Schlägen als ein Netto Double Bogeys werden nicht gewertet.
Spielst du ein Turnier mit der Stableford Zählweise, dann berechnet sich das Score Differential wie folgt:

Man nimmt sich aus den letzten 20 Runden die besten 8. Die Ermittlung des World Handicap Index kommt aus dem Durchschnitt der 8 besten Score Differential.
Brutto Ergebnis vs. Netto Ergebnis
Vorab – Gäbe es nur das Brutto Ergebnis, so würden die ersten Turnierergebnisse vieler Golfer ziemlich dunkel aussehen. Das Brutto Ergebnis beschreibt nämlich das Ergebnis gegen den Golfplatz unabhängig des Handicaps.
Bei der Netto Wertung hingegen wird das Ergebnis gegen das eigene Handicap gewertet. Es zieht also die Fähigkeiten und Spielstärke des Spielers in die Erfolgsrechnung ein. Das ist der Grund, warum Golfturniere im Amateur Bereich in den meisten Golfclubs eigentlich immer mit Nettowertung gespielt werden. Das Brutto Ergebnis wird zusätzlich ausgewertet. Häufig werden die Sieger dieser Wertung nochmal separat gekürt.
Single Handicap
Auch diesen Begriff kennen viele Golfer. Bis man an diesem Punkt ist, braucht es allerdings hartes Training und ganz viel Hingabe vom Spieler. Eine einstellige Stammvorgabe beschreibt eine Spielvorgabe unter 10. Das heißt, dass man auf 18 Bahnen des Platzes unter 10 Schläge über dem vorgegebenen PAR spielt. Die Anzahl der Schläge ist also relativ gering bei einem Golfer mit Single Handicap.
Für viele Golfer ist dieses als Vorgabe ein ehrgeiziges Ziel. Manchmal liest man über Erfolgsgeschichten bei denen Spieler das einstellige Handicap innerhalb eines Jahres erreicht haben. Für die meisten Golfer bleibt das in der Regel ein nicht erreichbare Geschwindigkeit.
Scratch Golfer – Handicap null oder besser
Noch besser sind sogenannte Scratch Golfer. Diese Spieler haben ein Handicap unter bzw. von null. Das heißt, dass sie mit ihrer Vorgabe auf dem Platz permanent Par oder besser spielen. Das sogenannte Scratch Handicap wird von verhältnismäßig wenigen Golfern erreicht.
Nur 1% der Männer und 0,3% der Frauen im Golf spielen mit dieser Stammvorgabe.

Tiger Woods hat dieses Handicap bereits mit 13 Jahren erreicht.
Die meisten Golfspieler halten sich im Bereich Handicap 20 bis HCP 54 auf.
FAQ: Die häufigsten Fragen rund um das Thema Golf Handicap
Rund um das Golf Handicap halten sich viele Fragen. Die Kennzahl, welche das Spiel des Golfers vergleichbar macht erscheint nicht nur für Anfänger kompliziert. Die Berechnung des Handicaps bleibt für viele Hobbygolfer die Büchse der Pandora. Die neue Berechnung des Handicaps hat die Berechnung sogar erschwert. Im folgenden gehen wir auf die meistgestellten Fragen rund um das Thema Golf Handicap ein.

Welches HCP hat ein Profi Golfer?
Wenn ein Profi Golfer auf die Golfrunde geht, fragt man sich welches Handicap derjenige wohl hat. Der Handicap Index ist jedoch lediglich im Amateurbereich verbreitet. Beim Profi Golf gibt es also kein Netto Ergebnis.
Die Vergleichbarkeit von Amateur und Profi ist ohnehin nicht so einfach. Die Golfplätze, welche auf einer Tour gespielt werden sind um Längen schwerer, als der Golfplatz um die Ecke. Das Course Rating kann die super schmalen Fairways, die schnellen Greens und die schweren und tiefen Bunker nicht so ausreichend kompensieren, dass es vergleichbar wäre mit einem Hobby Golfplatz.
Da Profis aber sogar auf diesen sehr schweren Plätzen Ergebnisse unter Par spielen, ist von einem Handicap über null auszugehen.
Übrigens wird das Vorzeichen der Stammvorgabe im Hobby Bereich häufig weggelassen. Ein Handicap nach der Platzreife von 54 ist streng genommen ein Handicap von -54. Das Handicap wird erst dann postiv, wenn die Anzahl der Schläge unter 72 Schläge liegt. Da im Amateurbereich aber häufig klar ist, dass die Handicaps und Spielstärke über dem Bahnpar liegt, lässt man das Vorzeichen umgangssprachlich weg.
Was drückt das Handicap aus?
Das Handicap System ist eine Möglichkeit, die Stärke des Golfspielers in Form einer Zahl darzustellen. Jeder Golfer braucht auf der Runde eine unterschiedliche Anzahl an Schlägen. Dies ist zum einen abhängig von der generellen Form der Spieler, aber auch tagesabhängig. Zur Ermittlung des besten Spielers in einem Turnier, nutzt man das Vorgabensystem des Handicaps. Es gibt an, wie viele Schläge ein Spieler über Par liegen darf. Das Brutto Ergebnis wird also durch das Handicap in ein Nettoergebnis umgewandelt.
Synonym zum Handicap nutzt man außerdem die Wörter Spielvorgabe, Stammvorgabe und Vorgabe.
Ist Handicap 18 gut?
Diese Fragen stellen sich viele Golfer. Ab wann ist ein Handicap „gut“. Sie ist natürlich nicht pauschal zu beantworten. Beim Golf haben Spieler unterschiedliche Ziele. Der eine ist quasi mit dem Schläger in der Hand aufgewachsen. Dieser hat sicher andere Ansprüche an seine Vorgabe als der jenige, der mit Rentenanfang mit dem Golfen begonnen hat.
HCP 18 heißt erstmal, dass man auf einem Platz mit PAR 72 18 Schläge über dem Par liegen darf. Das heißt, dass Golfer mit dem Handicap 18 durchschnittlich einen Schlag mehr brauchen als das Par der Bahn angibt.
Bei einem Par 4 spielt jemand mit dem Handicap 18 also 5 Schläge. Ob du das für dich und deine individuellen Möglichkeiten als gut oder schlecht bezeichnest, bleibt dir überlassen.
Fakt ist, dass Spieler mit dieser Vorgabe ihre eigenes Handicap schon deutlich verbessert haben.
Ist Handicap 25 gut?
Ein Handicap von 25 bedeutet, dass du auf einer Runde mit 18 Bahnen 25 Schläge mehr benötigst als das angegebene Par des Platzes. Nach der Absolvierung der Platzreife hast du 54 Schläge vor. Dein Golfspiel ist somit eine Mischung aus Par, Bogeys und Double Bogeys. Wenn du so ein HCP hast, hast du dich im Vergleich zum Anfang in den Schlägen deutlich verbessert. Ob du das Handicap für dich persönlich als gut oder schlecht einordnest, bleibt dir überlassen.
Die Beantwortung, ob ein Handicap gut oder schlecht ist, ist individuell abhängig von der persönlichen Situation. Wann hast du mit dem Golfen angefangen? Wie oft trainierst du? Spielst du im Turnier im Rahmen deiner Möglichkeiten oder verschenkst du wichtige Schläge beim Golf? All das sind Fragen, die man sich selbst stellen sollte, um zu beurteilen, ob das Handicap beim Golf gut oder schlecht ist.
Fazit – Was du über das HCP wissen solltest
Das HCP, bzw. die Vorgabe, ist eine wichtige Zahl im Golf. Grundsätzlich gilt aber trotzdem, dass es „nur“ eine Zahl ist. Wer zu viel rechnet und sich zu sehr unter Druck setzt, macht es sich unnötig schwer.

Gerade im Turnier sollte man versuchen die Gedanken an das Par und rund um Handicaps beiseite zu schieben. Das Netto Ergebnis wird nach der Runde verkündet. Dann hat jeder Spieler genug Zeit sein eigenes Spiel Revue passieren zu lassen. Denkst du zu viel über die Vorgabe nach, während du beispielsweise vermeintlich einfach Putts verwandeln musst, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass du diese verfehlst.
Es gibt dir eine gute Orientierung, wo du im Golf stehst und wie weit du vom Par des Golfplatzes entfernt bist. Mit dem Training des Golfers und von Spielern verbessert es sich meistens automatisch. Bleibt uns nur noch übrig zu sagen: „Habt Spaß auf dem Platz!“.
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