Jeder, der Golf spielt, wird früher oder später mit dem Begriff der Schlägerkopfgeschwindigkeit konfrontiert. Sie ist eine wichtige Stellschraube, um die Distanz der Schläge zu erhöhen und gehört damit zu einem der Faktoren, die einen hohen Einfluss auf die Schlagweite haben.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du zum Thema Schlägerkopfgeschwindigkeit wissen musst, inklusive Tabelle, damit du einordnen kannst, wo du dich im Vergleich befindest und welche Geschwindigkeiten je nach Handicap realistisch sind.
Schlägerkopfgeschwindigkeit – Tabelle
| Spielertyp | Schlägerkopfgeschwindigkeit |
| Durchschnittlicher Club Spieler | bis zu 150 km/h |
| (sehr) ambitionierter Amateur Golfer | bis zu 190 km/h |
| Golf Profi | 195 km/h bis 215 km/h |
| Jason Zuback | 231 km/h |
Wenn du dich jetzt fragst, wer Jason Zuback ist und warum er eine eigene Zeile in der Tabelle hat, kommt jetzt die Aufklärung. Jaon Zuback ist ein kanadischer Long Driver, der viele Jahre bei den World Long Drive Championships teilgenommen und 5 Mal gewonnen hat. Er erreichte bei den Wettbewerben Schlägerkopfgeschwindigkeiten von bis zu 231 km/h und hebt sich damit sogar noch deutlich von Golf Pros ab, welche eine überdurchschnittliche Schlägerkopfgeschwindigkeit haben. Diesen Fähigkeiten verdankt der Long Driver seinen Spitznamen Golfzilla.
Auf Youtube findest du eine Vielzahl an Videos, die eindrücklich zeigen, wie Long Driver den Ball treffen und welche Statur sie aufweisen.
Um herauszufinden, wo du dich in der Tabelle einordnest, kannst du die Golf Schlägerkopfgeschwindigkeit bei einem Golf Pro mit beispielsweise einem Trackman oder einem anderen System zur Schlag- und Schwunganalyse messen lassen. Alternativ kannst du auch den Launch Monitor Rapsodo MLM 2 Pro nutzen, um diese Größen zu ermitteln. Lies gerne mehr darüber in unserem Blogartikel, wo wir den Rapsodo MLM 2 Pro ausgiebig testen.

Welche Faktoren bestimmen die Weite eines Schlags?
Die Geschwindigkeit beim Schwung bestimmt nicht allein die Schlagweiten beim Golf. Es gibt viele Faktoren, die die Flugweite eines Balls beeinflussen. Analysiert man zum Beispiel, wo ein Ball auf den Schlägerkopf trifft, zeigt sich, dass ein sauberer Treffpunkt und Treffmoment ebenfalls einen hohen Einfluss auf die Ballgeschwindigkeit haben.
Es geht nicht allein um die Geschwindigkeit des Schlägerkopfes. Ein gutes Treffmoment garantiert eine saubere Übertragung der Kraft vom Kopf auf den Ball. Je sauberer der Ball getroffen wird und je besser die Übertragung stattfindet, desto höher wird die Ballgeschwindigkeit und desto höher die Länge vom Golfschlag.
Grundsätzlich gilt, dass jeder Golfer andere Parameter hat, an denen er arbeiten muss, um schlussendlich auf eine hohe Ballgeschwindigkeit zu kommen. Diese Parameter gilt es auf der Driving Range auszuarbeiten und zu trainieren. Dabei kann es sich um einen Griff handeln, um die Veränderung der Schwungbahn oder um etwas ganz anderes.
Wie steigert man die Golf Schlägerkopfgeschwindigkeit? – 5 Methoden
Methode 1: Durch den Ball schwingen
Dieser Tipp hat je nach Spielstärke eine unterschiedlich starke Bedeutung. Anfänger erzielen häufig geringere Schlagweiten, weil sie im Moment des Abschwungs noch nicht flüssig spielen. Wird der Schwung mit einem Eisen korrekt ausgeführt, befinden sich die Hände beim Treffen vor dem Golfball. Der Schaft des Schlägers ist somit nicht im 90 Grad Winkel zum Ball. Golfer sprechen in dem Fall von „durch den Ball schwingen“.
Methode 2: Trampolin Effekt nutzen
Schaut man sich sein Schlägerblatt genauer an oder kennt die Auswirkungen auf das Spiel, wenn man den Ball nicht ganz richtig trifft, dann erkennt man, dass an einer Stelle des Golfschlägers die Kraftübertragung potenziert wird.

Man spricht in diesem Fall vom Trampolin Effekt, weil die Beschaffenheit der Federkraft auf einem Trampolin sich ähnlich verhält. Springt man am Rand eines Trampolins, merkt man schnell, dass die Sprunghöhen gedämpft werden. In der Mitte funktioniert das Springen am besten.
Da beim Auftreffen vom Golfball auf den Golfschläger nicht nur der Schläger elastisch federt, sondern auch der Golfball, wird der Effekt weiter verstärkt. Man kann auch vom doppelten Trampolineffekt sprechen.

Beim Nutzen dieses Effekts kommt es stark auf die Qualität des Treffens an, sodass er ein wichtiger Faktor für die Länge vom Ball ist. Der Spieler wird hier mehr profitieren, wenn die Kraftübertragung optimal ist, als wenn er seinen Schläger nochmal um 2 km/h schneller schwingt und dafür ein schlechteres Treffen in Kauf nimmt.
Methode 3: Kraftfreisetzung aus dem Oberkörper heraus
Auch hier ist wieder ein Gerücht, welches sich hartnäckig hält. Die Kraft beim Golfschwung kommt aus dem Oberkörper heraus und nicht aus den Armen. Die Rückenmuskulatur ist essenziell für hohe Schlagweiten.
Wenn man sich auf der Driving Range bewusst auf die Beanspruchung der Rumpfmuskulatur achtet, stellt man fest, dass eine gut trainierte Rumpfmuskulatur einen starken Einfluss auf die Weite der Schläge von Golfern hat.
Methode 4: Bewusstsein
Eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit allein, garantiert kein Top Handicap. Jeder Golfer wird die Situation kennen – auf dem Platz läuft es nicht so, wie man es sich wünscht. Der Golfschwung klappt nicht und das Golfspiel macht keinen Spaß, wenn man nicht bald den Turbo zündet.
Man versucht seine misslungenen Schläge durch Schläge mit hohen Weiten zu kompensieren und schwingt schneller als üblich. Häufig resultiert das darin, dass das Timing des Abschwungs nicht mehr passt und der Golfball schlecht getroffen wird.
Man erreicht also genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen möchte und wird nur noch frustrierter.
Einer der wichtigsten Tipps in unseren Augen ist, dass man sich selbst ein Bewusstsein schafft, welche Weiten man Sicher spielen kann und welche Länge realistisch möglich ist. Zum Golf gehört so viel mehr dazu, als hohe Schlagweiten.
Methode 5: Stabilität aufbauen
Wie bereits in unserem Blogartikel über Golf Fitness beschrieben, spielt die Stabilität und allgemeine Fitness eine große Rolle beim Golfspielen. Spielern mit einer guten Fitness fällt es leichter, eine hohe Geschwindigkeit im Abschwung zu erzielen.
Schaust du dir beispielsweise die World Long Drive Championships an, wo es darum geht, möglichst weite Drives zu schlagen, wirst du feststellen, dass viele Teilnehmer sehr fit sind.
Auch in der PGA Tour wird der Fitnesszustand der Pros immer deutlicher. Wer in der PGA Tour vorne mitspielen will, muss neben der hohen Präzision auch viel Kraft, Stabilität und Körperfitness mitbringen.
Um eine hohe Schlagweite zu erreichen, hilft dir neben einer sauberen Technik somit auch eine gute Fitness, welche in einer hohen Stabilität des Körpers resultiert.
FAQ – Fragen rund um die Schlägerkopfgeschwindigkeit
Was ist eine gute Schlägerkopfgeschwindigkeit?
Eine durchschnittliche Schlägerkopfgeschwindigkeit liegt zwischen 150 km/h und 170 km/h. Ein Golf Profi erreicht Geschwindigkeiten von 220 km/h und mehr.
Wie weit kann man mit einem 7er Eisen schlagen?
Auf diese Frage bedarf eines eine individuelle Antwort. Spielen Damen oder Herren? Wie alt ist der Golfer? Wie fit ist der Golfer? Als Richtwert kann man aber sagen, dass man mit einem Eisen 7 bis zu 140 m schlägt.
Wie erhöhe ich meine Schlägerkopfgeschwindigkeit im Golf?
Hier geht es vorallem darum, seine Stabilität des Golfschwungs zu verbessern. Die Stabilität im Schwung steht in direkter Relation mit der Schlagweite. Bedenke, dass nicht nur die Schwunggeschwindigkeit, sondern auch das Treffmoment am Schlägerblatt wichtig für einen Ballflug mit hoher Distanz ist.
Fazit – Wie fliegt der Ball weit?
Eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit zeigt, dass hohe Distanzen mit dem Golfschläger möglich sind. Sie ist eine gute Voraussetzung für die Verbesserung der Weiten. Doch sie ist eben auch nicht alles. Ein gutes Golfspiel ist mehr, als nur eine Zahl. Gerade Amateuren hilft es, wenn sie auf einige Meter beim Schlag verzichten, aber dafür stabil und konstant spielen. Je mehr Übung man hat, umso höher ist die spielbare Schlägerkopfgeschwindigkeit. Sie sollte aber nicht alleiniger Fokus sein.







